Warum ich ein Tagebuch ohne Kalorien wollte
Notenda ist aus einem Ernährungstagebuch entstanden. Ich wollte etwas Einfaches, um aufzuschreiben, was ich esse. Ohne Kalorienrechnen. Ohne Ratschläge, die ein schlechtes Gewissen machen. Einfach … aufschreiben. Ich habe keine App gefunden, die nur das tut – also habe ich sie gebaut.
Viele Ernährungs-Apps gehen davon aus, dass man zählen muss. Aufschreiben und Zählen sind aber nicht dasselbe. Man kann seine Mahlzeiten festhalten wollen, um sich besser kennenzulernen, für einen Arzttermin oder aus reiner Neugier, ohne jeden Teller in eine Zahl zu verwandeln.
Was sich zu notieren lohnt
Das Merkblatt, das ein britisches Krankenhaus Patientinnen und Patienten mit Reizdarmsyndrom mitgibt, schlägt eine ganz einfache Tabelle vor, Tag für Tag: Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Zwischenmahlzeiten und Getränke, dann die Beschwerden[2]. Ergänzen Sie, was Ihnen nützlich erscheint:
- Was Sie essen und trinken, mit einer ungefähren Menge – in Worten, nicht in Gramm: „ein Teller“, „eine Schüssel“.
- Die Uhrzeit jeder Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit.
- Wie Sie sich fühlen: Hunger, Müdigkeit, Stress, Ruhe.
- Beschwerden, falls vorhanden, und wann sie auftreten.
Ein Lebensmittel kann sofort oder bis zu 48 Stunden später Beschwerden auslösen, erinnert das Merkblatt, und erst der Blick auf die Mahlzeiten mehrerer Tage zeigt, was sich wiederholt[2]: Ein Tagebuch sagt mehr als die Erinnerung.
Wenn ein Arzt danach fragt
In Frankreich fragt der Arzt bei einer Abklärung einer Nahrungsmittelallergie insbesondere nach einer genauen Übersicht dessen, was Sie eine Woche lang gegessen haben, und sucht den Zusammenhang zwischen Ihren Beschwerden und diesen Lebensmitteln; die französische Krankenversicherung rät außerdem, die Lebensmittel zu notieren, die die Beschwerden auszulösen scheinen[1]. Ein Tag für Tag geführtes Tagebuch macht diese Arbeit einfacher und genauer.
Eine Vorsichtsmaßnahme, die auch das Krankenhaus-Merkblatt nennt: Lassen Sie keine Lebensmittelgruppe eigenmächtig weg, ohne mit einer medizinischen Fachperson gesprochen zu haben[2]. Das Tagebuch dient dem Beobachten; die Schlüsse zieht man mit dem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft.
Zählen – oder einfach aufschreiben?
Kalorienzählen passt für manche Menschen und für andere nicht. Eine 2017 veröffentlichte Studie mit 105 Personen in Behandlung wegen einer Essstörung ergab, dass 74 % eine App zum Kalorienzählen genutzt hatten und dass 73 % dieser Nutzenden meinten, sie habe zumindest teilweise zu ihrer Störung beigetragen[3]. Die Studie selbst betont, dass diese rückblickende Befragung auf Selbstauskünften beruht und keinen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang belegen kann.
Nichts davon macht das Zählen für alle gefährlich. Doch wenn Zahlen Sie belasten, ist es völlig legitim, ein Tagebuch ganz ohne zu führen. Und wenn Ihr Verhältnis zum Essen Sie beunruhigt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Ohne Aufwand dranbleiben
- Notieren Sie sofort oder gleich danach: Am Abend ist der Snack von 16 Uhr schon vergessen.
- Behalten Sie dasselbe Format von Mahlzeit zu Mahlzeit: Eine fertige Vorlage spart Zeit.
- Ein Foto ersetzt manchmal eine Beschreibung.
- Lesen Sie tageweise nach: Erst wenn die Tage nebeneinanderstehen, zeigen sich Gewohnheiten.
- Exportieren Sie vor einem Termin, damit Sie nichts aus dem Gedächtnis aufsagen müssen.
Quellen
- Assurance Maladie (ameli.fr), Allergie alimentaire : la consultation médicale et les mesures au quotidien (auf Französisch), 18. September 2024.
- University Hospitals of Leicester NHS Trust, Keeping a food diary when you have symptoms of irritable bowel syndrome (IBS) (auf Englisch), überarbeitet im Februar 2026.
- Levinson C. A., Fewell L., Brosof L. C., My Fitness Pal calorie tracker usage in the eating disorders, Eating Behaviors, Bd. 27, 2017, S. 14–16 (auf Englisch).

